Herkunft und Verbreitung des Hanfs

Der Hanf ist eine sehr anpassungsfähige Pflanze. Er wächst vom Äquator bis zum Polarkreis. Hanf ist eine sogenannte „kulturbegleitende Pflanze“, da sie die Menschheit schon immer auf ihrem Weg auf der Erde begleitet hat.

Die wilde Form findet man im Altai-Gebirge, an der Grenze zwischen China, der Mongolei und Russland.

Der Hanf ist vermutlich die erste vom Menschen kultivierte Pflanze. Hanfkultivierende Ackerbaugesellschaften entstanden im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, im Nildelta in Ägypten und in China.

Im Zuge der Völkerwanderungen verbreite sich der Hanf um die ganze Welt. Nach Europa brachten ihn vermutlich die Skythen.

In altslawischen Siedlungen wurden Hanfsamen und Blüten als Grabbeilage gefunden. Die alten Seefahrer brauchten große Mengen von Hanf für ihre Schiffe. Überall dort, wo eine Seemacht landete, wurde Hanf angebaut.

Das Öl der Hanfsamen wurde als Lampenöl und als Speiseöl verwendet. Aus den Fasern wurden Bekleidung, Seile, Taue und Segel hergestellt, aus den Blüten und Samen Medizin.

In den alten Kulturen war die Kultivierung des Hanfs vornehmlich Frauensache. Diese Tradition lebte, z.B. in der Schweiz, bis zum Anfang unseres Jahrhunderts fort. Bei den Germanen war die Göttin Freya für den Hanf zuständig.

Das erste Papier der Welt wurde, aus Hanf und Maulbeerbaum, in China hergestellt.

Von dort stammt auch eines der erste schriftliche Zeugnisse über den Hanf. Der legendäre Kaisers Schen Nung soll im Jahr 2800 vor unserer Zeitrechnung das Pen Tsao geschrieben haben, ein Werk über den medizinischen Hanfgebrauch. Die Forscher gehen eher vom Jahr 200-300 aus. Weitere schriftliche Zeugnisse gibt es aus Mesopotamien (800-600 VuZ.) und Ägypten (1600 VuZ.).

Nach Amerika gelangte Hanf u.U. bereits mit den Wikingern, spätestens mit Columbus. Die spanische Flotte baute in Amerika den Hanf zur Herstellung von Tauen und Segeln an.

An der weltweiten Verbreitung des Hanfes waren neben den Menschen auch Vögel beteiligt, für die der Samen des Hanfs ein beliebtes, nährreiches und für die meisten Vogelpopulationen wichtiges Nahrungsmittel ist.

Obwohl der Hanf heute durch internationale Abkommen unter Bann gelangte und sein Anbau entweder verboten oder mit Auflagen belegt ist, steigen die weltweiten Hanfanbauzahlen seit 1992 wieder an.

Literaturquellen: Conrad, Hemp, Lifeline to the future, 1993; Herer, Warum wir wieder Hanf…, Zweitausendeins 1992; Rätsch, Hanf als Heilmittel, Der Grüne Zweig; Haag, Hanfkultur weltweit, Edition Rauschkunde