Seite 5 - Hanf Museum

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Beim verdampfen gehen Cannabinoide vom festen oder öligen Zustand in die Gasphase über, ohne sich chemisch zu verändern – solange die Temperatur kontrolliert bleibt.

Das Harz des Hanfes besteht aus Bindemitteln, Terpenen (ätherischen Duftstoffen) und Cannabinoiden. Durch Erwärmen werden die Bindemittel weicher und weniger bindend, so dass sich die gebundenen Stoffe lösen.

Wie verdampfen Cannabinoide?

Cannabinoide wie THC, CBD, CBN usw. sind relativ große, nicht besonders flüchtige Moleküle. Um sie zu verdampfen, braucht man höhere Temperaturen als bei Terpenen – meist zwischen 160 °C und 230 °C.

Voraussetzungen für Verdampfung:

  1. Ausreichende Temperatur (mindestens nahe am Siedepunkt)
  2. Keine Zersetzung durch Überhitzung (ab etwa 230–250 °C droht chemischer Abbau)
  3. Kontakt mit Luft oder niedrigem Druck (damit Moleküle entweichen können)

THCA → THC

  • In der frischen Pflanze liegt THC nicht direkt vor, sondern als THCA (Tetrahydrocannabinolsäure).
  • Erst durch Erhitzen wird THCA zu THC umgewandelt – das nennt man Decarboxylierung.

Reaktionsgleichung (vereinfacht):

THCA ≈ 105–150°C / Erwärmung ≈ THC + CO2

THC ist die psychoaktive Form – sie bindet an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn.
Beim Vaporisieren passiert diese Umwandlung sanft und vollständig, ohne dass THC zerstört wird.

Siedepunkt von THC beginnt bei 157oC

Andere Cannabinoide

VerbindungUmwandlung / VerhaltenWirkungOptimale Verdampfungstemperatur
CBD (Cannabidiol)Stabil, verdampft direktEntzündungshemmend, beruhigend160–180 °C
CBN (Cannabinol)Entsteht bei längerer Erhitzung oder Alterung von THCSedierend, beruhigend185–200 °C
THCV, CBC, CBGVerdampfen bei höheren TemperaturenModulierende Effekte200–220 °C

Wie verdampfen Terpene?

Der Verdampfungsprozess bei Terpenen verläuft physikalisch – es findet keine chemische Reaktion statt. Die wichtigsten Faktoren sind:

1. Temperatur

  • Terpene haben unterschiedliche Siedepunkte (je nach Struktur):
TerpenSiedepunkt (ca.)
Myrcen166 °C
Limonen176 °C
Linalool198 °C
Beta-Caryophyllen250 °C
Pinen155 °C

Tetrahydrocannabinol, genauer gesagt Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC), ist die wichtigste psychoaktive Verbindung in der Cannabispflanze. Die chemische Formel lautet C₂₁H₃₀O₂ (21 Kohlenstoff-, 30 Wasserstoff- und 2 Sauerstoffatome in einer spezifischen Molekülstruktur).

Damit besteht ein delta 9 THC-Molekül aus 53 Atomen.

Die Dimensionen vom Atom zum Molekül, vom Molekül zur Zelle, von der Zelle zum Körper, diese Größenunterschiede zwischen „Baustein und Haus“ sind unvorstellbar groß.

Allein die Größenunterschiede zwischen Molekülen sind kaum vorstellbar. Wasser H2O zB ist ein Molekül welches aus genau drei Atomen besteht. Ein Makromolekül (zB ein Protein oder ein Polysaccarid) besteht aus mehreren hunderttausend Atomen, welche durch subatomare Kräfte zusammen halten und entsprechend mehrere hunderttausend mal größer sind, als ein Wassermolekül.

Aus solchen Makromolekülen baut sich alles Leben auf. Zellstoff beispielsweise ist ein Polysaccarid, ein lankettiges Molekül. Man kann es sich vorstellen, wie ein einzelnes Haar Wolle nur unvorstellbar viel kleiner. Ähnlich wie Wollehaare sich ineinander verschlingen und zu festem Tuch verfilzen können, so können auch Polysaccaride sich ineinander verschlingen, quasi verfilzen, und bilden so feste Zellwände und Zellhüllen.

Polysaccarid und andere Makromoleküle können in verschiedensten Formen vorkommen. Analog zu einem Haus, welches aus Ziegeln gebaut ist, gibt es verschiede Formen von Ziegeln (die meisten sind rechtwinklig, wie man sich einen Ziegel bildlich vorstellt. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man verschiedene Ziegleformen, Eckziegel, Fensterziegel, abgerundete Ziegel usw. Vor dem Brennen kann man die Form des Ziegels bestimmen und der Funktion anpassen). Wie das Bild von Zieglsteinen veranschaulicht, so haben auch Proteine und andere Makromoleküle unterschiedliche Formen, die für verschiedene Funktionen genutzt werden. Mit Hilfe der DNS können Zellen verschiede Proteine selbst produzieren und die Form der gewünschten Funktion anpassen.

Und das alles in kaum vorstellbaren Dimensionen. Wie ein Sandkorn zur Erde, wie die Erde zum Sonnensystem, wie das Sonnensystem zur Gallaxie, wie die Gallaxie zum Kosmos…